| In der Mitte des 19.
Jahrhunderts entstand bei Züchtungen eine der bedeutendsten amerikanischen
Rassen, das Standardbred (Amerikanischer Traber), bis heute der schnellste
Renntraber der Welt.
Die Rasse lässt sich bis zu einem Vollbluthengst mit Namen Messenger
zurückverfolgen, der 1788 in die USA kam. Trabrennen waren damals sehr
populär, allerdings nur auf Amateurebene, und an die Gründung einer neuen
Traberrasse dachte niemand. Als aber Messenger mit dem schnellsten
Renntraber des Ortes gekreuzt wurde, erhielt man Pferde mit einem
außerordentlichen Trabertempo.
Messenger zeugte vier Söhne, von denen fast alle Standardbreds abstammen.
Nachdem Trabrennen im 19. Jahrhundert immer beliebter wurden, bediente man
sich der selektiven Zucht, um noch schnellere Traber zu erhalten. Vollblüter
wurden mit robusten Rassen gekreuzt, die sehr trabtalentiert waren: die
Kanadischen Traber, Hackneys, Narragansett Pacer, Pferde mit Araber- und
Berberabstammung und Morgans. Der erfolgreichste Abkömmling Messengers, sein
Urenkel Hambletonian 10 (geboren 1849), zeugte 1300 Nachkommen. Er gilt als
Vater des modernen Standardbred.
Pferderennen mit Wagen werden in Trab- und Paßrennen eingeteilt. In beiden
Fällen zieht das Pferd einen Sulky (ein leichtes Gefährt mit zwei Rädern),
dabei wird es von einem Fahrer gelenkt. Traber bewegen die Beine diagonal in
herkömmlicher Weise.
Paßgänger bewegen jeweils die Beine einer Seite gleichzeitig. Der Paßgang
ist eine natürliche Gangart. Pferde mit einem Talent für den Paßgang
erhalten dafür schon in jungen Jahren ein besonderes Training. Viele
Paßgänger tragen Fußfesseln, die ihre Bewegungen synchronisieren und
verhindern, dass die Pferde aus dem Schritt fallen.
1871 wurde das Amerikanische Traber-Register gegründet, und 1879 definierte
man die Aufnahmebedingungen. Traber mussten die Meile (1,6 km) in 2:30
Minuten laufen, Paßgänger in 2:25 Minuten. Diesem Standard verdankt die
Rasse ihren Namen.
Trabrennen sind auf der ganzen Welt beliebt; man findet sie in Australien,
Neuseeland, Südafrika und in mehreren europäischen Staaten wie z.B.
Deutschland und Frankreich. Mit dem Standardbred wurden viele andere
Traberrassen (etwa der Deutsche Traber, der Französische Traber und der
Orlow-Traber) verbessert. Der Körperbau des Standardbred hat keine
einheitlichen Merkmale, da er in erster Linie auf Schnelligkeit gezüchtet
wurde. Er ähnelt dem Vollblut, ist aber schwerer und robuster und hat eine
sehr kräftige Hinterhand. Das Standardbred ist zwar in erster Linie ein
Trabrennpferd, seine Schnelligkeit und Ausdauer, sein Eifer und sein ruhiges
Wesen machen es aber auch zu einem exzellenten Reitpferd. Seine Qualitäten
befähigen es ebenso für Ausdauerritte.
IMMER SCHNELLER
1871 wurden die Standards für diese Rasse festgelegt: Eine Meile (1,6 km) in
2:30 Minuten für Traber und 2:25 Minuten für Paßgänger. 1845 wurde diese festgelegt: Eine Meile (1,6 km) in
2:30 Minuten für Traber und 2:25 Minuten für Paßgänger. 1845 wurde diese
Zeit bereits durch eine Stute der Lady Suffolk verbessert, die für eine
Meile 2:29,5 benötigte. 1938, fast 100 Jahre später, stand der Rekord für
die Meile bei 1:55,25, den der Wallach Greyhound erzielte. Der jüngste
Traberrekord liegt bei 1:54,2 Minuten. Paßgänger sind sogar noch schneller.
Die beste Zeit für eine Meile, gelaufen von Steady Star, ist 1:52 Minuten,
das entspricht einer Geschwindigkeit von 51 km/h.
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