| Gut mittelgroßes,
kräftiges Pferd von elegantem Exterieur und etwas antiquiert anmutendem
Schmelz. Der leicht geramste Kopf sitzt auf einem langen, hoch
aufgerichteten Hals, der einer mittelmäßigen Schulter entspringt. Der
Widerrist ist etwas flach, der Rücken lang und manchmal matt, während die
Brust zwar breit, aber nicht sehr tief ist. Die Kruppe weist bei starker
Neigung eine gute Bemuskelung auf, die Beine sind lang, kräftig und hart,
mit etwas Kötenbehang und großen Hufen. Häufig Schimmel, aber auch Braune
und Rappen.
Unter den russischen
Pferderassen ist der Orlow - Traber wahrscheinlich die bekannteste. Er
entstand im 18. Jahrhundert, als Trabrennen in Russland sehr beliebt waren.
Die Rasse ist eine Entwicklung von Graf Alexius Griegoriewitsch Orlow, der
1777 den Araberhengst Smetanka mit einer Stute dänischen Ursprungs
(wahrscheinlich Frederiksborger) kreuzte. Das Ergebnis war das Hengstfohlen
Polkan; allerdings ließ seine Vorhandaktion zu wünschen übrig. Bei einer
Kreuzung mit einer schwarzen Holländer-Stute zeugte Polkan einen Hengst,
Bars 1., der zum Gründungsvater der Rasse wurde. Weitere Kreuzungen mit
Arabern, Vollblütern, Norfolk Trabern und Mecklenburgern sowie Inzucht mit
Polkan selbst brachten am Ende die Wesensmerkmale der Rasse hervor; sie
wurden durch selektive Züchtung weiter verfeinert.
Im 19. Jahrhundert galt der Orlow - Traber als bester Traber der Welt,
inzwischen ist er aber vom Amerikanischen Standardbred überrundet worden.
Erst in jüngster Zeit entstand aus einer Kreuzung zwischen Orlow und
Standardbred der Russische Traber.
Der Orlow - Traber war auch die Basis für den Deutschen Traber. Diese Rasse
ist durch Kreuzungen mit dem Standardbred und dem Französischen Traber
weiter verbessert worden. Von ihr stammt ein kleines Pferd mit einer sehr
raumgreifenden Aktion. |