| Meist großer, gerader
oder leicht geramster Kopf; langer, selten schwacher oder unkorrekter Hals.
Gute, schräge Schulter, ausgeprägter Rist, langer Rücken und tiefer, breiter
Rumpf. Meist gute, manchmal jedoch etwas flache, kantige Kruppe. Kräftige
Gliedmaßen mit starken, trockenen Gelenken und hervorragender Hebelung,
große Hufe. Raumgreifende energische Bewegungen, hervorragendes
Springvermögen, ehrlicher Charakter.
Viele deutsche Rassen
werden nach der Gegend benannt, aus der sie stammen - so kommt der
Hannoveraner aus der norddeutschen Stadt Hannover.
Seit ihrer Entstehung im frühen 18. Jahrhundert hat sich diese Rasse zum
Teil beträchtlich verändert. 1735 wurde im Celler Staatsgestüt durch
königliches Dekret die Grundlage für die Hannoveraner geschaffen. Holsteiner
Hengste sorgten für eine Auflockerung bei den einheimischen Stuten, die vom
Großen Schlachtross des Mittelalters abstammten. Das Ziel: Pferde zu
erhalten, die sich für die Arbeit in der Landwirtschaft und als Kutschpferde
eigneten. Im weiteren Verlauf kam es zu Kreuzungen mit Vollblütern und mit
Cleveland Bays, die aus England importiert worden waren. Gegen Ende des 18.
Jahrhunderts kreuzte man das Pferd auch mit anderen importierten Rassen.
1867 wurde eine Zuchtgesellschaft gegründet, mit dem Ziel, ein Pferd zu
schaffen, das in gleichem Maße für zivile wie für militärische Zwecke
geeignet war. Ihre Erfolge waren dabei beachtlich. Als nach dem Ersten
Weltkrieg Pferde beim Militär nicht mehr in gleichem Umfang wie bisher
benötigt wurden, überarbeitete man die Zielsetzung der Gesellschaft. Jetzt
wollte man ein Pferd »produzieren«, das sowohl für die landwirtschaftliche
Arbeit als auch als Kutsch- und Reitpferd einzusetzen war. Seitdem wurden
die Hengste auf Geschwindigkeit, Kraft und Ausdauer hin getestet, bevor man
sie bei der Zucht berücksichtigte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war erneut eine Umschreibung nötig, da der
Hannoveraner weder in der Landwirtschaft noch als Kutschpferd benötigt
wurde. Nunmehr sollte ein Reitpferd für »höchste Ansprüche« geschaffen
werden. Mit Hilfe von Vollblütern, Trakehnern und Arabern wurde der
Hannoveraner zu einem erstklassigen, athletischen, starken und gutmütigen
Reit- und Turnierpferd.
Hannoveraner wurden auf internationaler Ebene im Springparcours, bei der
Military und bei Dressurwettkämpfen ausgezeichnet. Mit ihrer Hilfe wird
heute auf der ganzen Welt die Qualität anderer Sportpferde weiter
verbessert.
Auch der Hannoveraner war an der Schaffung neuer Rassen beteiligt. Durch
Kreuzungen mit Araber und Vollblut entstand der Westfale. Das Dänische
Sportpferd (entstanden aus Hannoveraner, Vollblut und Trakehner) ist ein
weiteres ausgezeichnetes und athletisches Reitpferd. Der Hannoveraner ist
eng mit dem Mecklenburger verwandt, da bei der Gründung dieser Rassen
ähnliche Genstämme im Spiel waren. Außerdem kam es im Laufe der Zeit immer
wieder zu Kreuzungen der Tiere untereinander. Der Mecklenburger ist das
kleinere Pfer Zeit immer
wieder zu Kreuzungen der Tiere untereinander. Der Mecklenburger ist das
kleinere Pferd von beiden Tieren; es wird jetzt als Allzweckreitpferd
gezüchtet. |