| Ein mittelgroßes
Edelpferd, im Typ eher iberisch denn orientalisch. Der mittelgroße Kopf
meist geramst und auf einem sehr starken, geraden Hals sitzend, der einer
langen, manchmal steilen Schulter entspringt. Der Rücken kurz und tragfähig,
der Rumpf tief, aber nicht sehr breit und in die typische, abgeschlagene
Kruppe übergehend; tiefer Schweifansatz. Stahlharte Beine mit hervorragenden
Hufen, manchmal etwas säbelbeinig und kuhhessig. Flüssige, raumgreifende
Bewegungen mit Knieaktion, trittsicher und schnell. Oftmals Schimmel;
Braune, Füchse und Rappen mit Abzeichen.
Der Berber ist das
traditionelle Bergpferd der Beduinenvölker in den Wüsten Nordafrikas. Sein
Name stammt von seiner Heimat, der Berberküste - heute Marokko, Algerien und
Libyen -, in der er schon seit vorgeschichtlichen Zeiten lebt. Man nimmt an,
dass der Berber seine Wurzeln in den antiken Pferdearten Nordeuropas hat,
ganz anders als der Araber, der von den asiatischen Pferdearten abstammt.
Vom Araber unterscheidet er sich durch seinen Ramskopf mit breitem, geradem
Gesicht und Maul, durch den niedrig angesetzten Schweif und durch sein
Temperament.
Der Berber hatte an der Gründung und Verbesserung vieler anderer Rassen
Anteil. Die Mauren haben ihn im B. Jahrhundert in großer Zahl nach Spanien
gebracht, wo aus Kreuzungen mit einheimischen Stuten der Andalusier
entstand. Als die Türken den Ostteil des Mittelmeeres und die afrikanische
Nordküste besetzt hatten, kauften Händler aus allen Teilen Europas und
Asiens Berber, um sie zu Hause mit den eigenen Stuten zu kreuzen. Karl der 11.
holte viele Tiere nach England, um die Schnelligkeit und das
Durchhaltevermögen der Rennpferde jener Tage zu verbessern. Hier trug er
auch zur Gründung der Vollblutrasse bei.
Heute gibt es nicht mehr viele reinrassige Berber; nach Kreuzungen mit den
sanfteren Arabern lassen sie sich leichter zu Reitpferden trainieren. Aus
Kreuzungen von Berbern mit Arabern entstanden die Libyschen Berber, eine
bekannte Rasse in Nordafrika. |