| Der Inbegriff des
schönen Pferdes, trockener Kopf mit geradem oder konkaven Profil
(Araberknick), die Augen sind groß, die Ohren klein und sichelförmig. Der
leichte, geschwungene Hals entspringt einer nicht immer idealen Schulter,
das Mittelstück ist kurz und relativ kräftig. Kurze, waagerechte Kruppe mit
Hochangesetztem Schweif, der wie eine Fahne getragen wird. Die Extremitäten
sind trocken, hin und wieder leicht verstellt, aber von unverwüstlicher
Qualität. Der Galopp ist leicht, schnell und ausdauernd, der Trab schwebend,
der Schritt etwas kurz. Alle Farben außer Schecken.
Der Araber ist das
älteste reinrassige Pferd. Es gibt Beweise dafür, dass er sich aus einer
Gruppe prähistorischer Wildpferde entwickelt und sich über Asien bis zum
Nahen Osten verbreitet hat. 8 000 Jahre alte Felsmalereien in Südlibyen
zeigen ein Pferd, das dem modernen Araber bemerkenswert ähnlich sieht.
Der Araber wurde in verschiedenen Ländern gefangen und domestiziert. Daraus
haben sich unterschiedliche Zweige entwickelt. Trotzdem bleiben die Pferde
der Beduinen-Araber die berühmtesten ihrer Art; sie sind als Original- oder
Elitearaber bekannt.
Die Beduinen brauchten Pferde, die zäh genug waren, um im rauen Wüstenklima
leben zu können, die aber auch schön genug aussahen, um stolz auf sie zu
sein. Ihre selektive Zucht betreiben die Beduinen möglicherweise schon seit
2000 Jahren. Stuten werden nach Ausdauer und Mut, Hengste dagegen nach
Schönheit und Intelligenz ausgewählt.
Die Beduinen haben immer großen Wert auf die Reinheit der Stammbäume gelegt;
nur echte Asil - Pferde (asil = reinen Blutes) wurden in der Zucht
eingesetzt. Um die Charaktermerkmale der Tiere zu verstärken, wurde Inzucht
betrieben, ein Mittel, das in Europa im Verdacht steht, die Schwächen der
Pferde zu vermehren.
Bei der Entwicklung der Araberzucht hat der Islam eine große Rolle gespielt.
Als das islamische Reich sich im B. Jahrhundert ausdehnte, erkannte der
Prophet Mohammed die Bedeutung eines zähen und wendigen Pferdes für die
Schlachten. Er befahl seinen Anhängern, sich der Pferdepflege mit größter
Sorgfalt zu widmen und schrieb, dass dem Menschen für jedes Gerstenkorn, das
er dem Pferd zu fressen gebe, eine Sünde im Himmel vergeben werden solle.
Mit der Ausdehnung des Islam fand der Araber seinen Weg nach Westeuropa, wo
seine besondere Überlegenheit gegenüber den schweren Streitrössern der
Europäer bald offensichtlich wurde. Nachdem die Mauren aus Spanien
vertrieben worden waren, kreuzte man die zurückgebliebenen Araberpferde mit
einheimischen Rassen, um so eine neue Kampfpferdrasse - den Andalusier - zu
entwickeln. Dieser war immer noch groß und stark, aber auch schnell und sehr
wendig. Das Ansehen, das der Araber durch seine Ausdauer, Schnelligkeit und
Wendigkeit erworben hatte, machte diese Rasse schnell berühmt.
Aufgrund der Fähigkeit, Körperbau und Gesundheit, die leichte und fließende
Aktion, seine Ausdauer und seine Sanftmut an all seine Nachkommen
weiterzuvererben, war der Araber in ganz Europa begehrt, wenn neue Rassen
entwickelt oder einheimische Rassen verbessert werden sollten. So hat er
mehr als jeder andere Einfluss auf die Pferdearten der Welt genommen. In
allen Warmblütern wie auch in vielen Ponys fließt etwas Araberblut.
Die Popularität der Araberpferde ist immer noch ungebrochen, und ihre Zucht
wird auf des Araberblut.
Die Popularität der Araberpferde ist immer noch ungebrochen, und ihre Zucht
wird auf der ganzen Welt betrieben. Trotzdem besteht die Gefahr, dass
wahllose Zucht - um den Bedarf zu decken - zu einem Qualitätsverlust führt.
Der Araber ist aber nicht nur für Kreuzungen geeignet, er ist auch ein
exzellentes Reitpferd. Obwohl reinrassige Araber nicht bei der Military
eingesetzt werden, eignen sie sich gut für Querfeldeinrennen. |